Sport mit Geflüchteten

Sport und Geflüchtete

Seit dem Jahr 2015 engagieren sich Stuttgarter Sportvereine und der Sportkreis Stuttgart in der Arbeit mit und für Geflüchtete auf mehreren Ebenen. Das Engagement von Seiten des Stuttgarter Sports war und ist unverändert groß.
Der großen Herausforderung und Aufgabe hat sich der Sport mit seinem unbestritten integrativen Potenzial früh angenommen. Die Aktivitäten im Stuttgarter Sport sind vielfältig, es gibt aufsuchende Angebote in den Unterkünften, ehrenamtlich Tätige die Interessenten abholen und in Vereine begleiten, Regelangebote die für Geflüchtete geöffnet werden, neu initiierte niederschwellige Angebote oder auch die Bereitstellung von Sportplätzen. Dies alles zeigt, dass die Sportvereine offen sind und die Geflüchteten willkommen heißen.

Stand Januar 2018 sind in Stuttgart rund 300 Angebote von über 60 Sportvereinen für Flüchtlinge geöffnet.
Das Amt für Sport und Bewegung, die Sportkreisjugend, das Gemeinschaftserlebnis Sport und der Sportkreis haben eine Arbeitsmeinschaft „Sport und Geflüchtete“ gegründet, die sich regelmäßig mit Sportvereinen und weiteren Organsiationen trifft. Weiterhin hat die Sportverwaltung einen Leitfaden zum Thema Sport mit Flüchtlingen herausgegeben. Diesen finden Sie hier.

Es gibt eine Reihe von Förder- und Zuschussprogrammen für Sportvereine auf Kommunaler-, Landes- und Bundesebene.

"unite people" - ein trägerübergreifender Pilot
unite people startete 2016 als zweijähriges Pilotprojekt und zielte auf die Entwicklung nachhaltiger niederschwelliger Angebote zur Integration von Flüchtlingen ab. Den teilnehmenden jungen Flüchtlingen sollte dabei neben dem Spielen und Bewegen eine Chance zum Spracherwerb, Entwicklung und Orientierung in der neuen Nachbarschaft und die Förderung von Sozialkompetenzen gegeben werden.

Durch wechselseitige Anlässe für Bewegung, Begegnungen und Verständigung sollte darüber hinaus mehr Akzeptanz für Flüchtlinge und ihre Belange in der Bevölkerung geschaffen werden.

Die Grundlage für ein erfolgsversprechendes Pilotprojekt war die Zusammenarbeit der drei Projektpartner Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften Universität Duisburg-Essen, dem Sportkreis Stuttgart e.V. und KICKFAIR e.V. mit der Zusammenlegung ihrer jeweiligen Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen im Kontext von Sport und Sozialer Arbeit im gemeinsamen Projekt unite people.

Durch sechs verschiedene Projektbausteine, die individuell an die lokalen Bedürfnisse der Umsetzungsstandorte angepasst und umgesetzt wurden, sollten über den Pilotzeitraum hinweg zunächst sämtliche Kompetenzen der Partner abgebildet werden, diese entsprechend bewertet und im Erfolgsfall zu einem gemeinsamen Maßnahmenmodell entwickelt werden. Das Zusammenwirken der Projektpartner ermöglichte dem Piloten die Anpassungsfähigkeit an die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse. Dadurch konnte ein Ergebnis erzielt werden, das auf Basis von gesellschaftlichen, inhaltlichen und strukturellen Piloterfahrungen Erfolgsfaktoren benennen kann. Das Projekt wird von der Laureus Sport for Good Stiftung Deutschland/Österreich unterstützt und in den nächsten zwei Jahren fortgeführt.



Programm Gemeinschaftserlebnis Sport (GES)
Geflüchtete in ein Sportvereinsangebot zu integrieren, gestaltet sich teilweise schwierig. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Das ihnen unbekannte deutsche Sportsystem, Hemmschwellen, Transportfragen oder die unterschiedlichen Wertevorstellungen und Normen, bedingt durch die kulturellen Unterschiede.
Im Bewusstsein dieser Herausforderungen hat das GES in den vergangenen Jahren neue Wege eingeschlagen, um zielgruppenorientierte Angebote im Bereich „Sport, Spiel & Spaß“ für und mit Geflüchtete(n) zu installieren und Zugänge zur Zielgruppe zu schaffen. Das GES versteht dabei Sport und Bewegung als Bildungsansatz.
Ergänzend zu den Sportvereinen hat das GES verschiedene niederschwellige und offene Sportangebote für Geflüchtete installiert. Diese werden zeitlich und inhaltlich an die verfügbaren Zeitfenster und Interessen der Zielgruppe angepasst und vorher – in Gesprächen mit den potenziellen Teilnehmern, deren Betreuern und unter Berücksichtigung der räumlichen Umgebung - angepasst. So wird gewährleistet, dass die entstehenden Angebote passgenau gestaltet werden können. Der pädagogische Ansatz und die Arbeit auf der Beziehungsebene, ein aktives Mitgestalten durch die Teilnehmenden und das Vermitteln sozialer Werte stehen dabei stets über den sportspezifischen Zielen.